Foto Mario WWDC

Apple und ich

Die ersten Begegnungen

Das erste Mal hörte ich in den 80ern durch meine Schwester von Apple. Sie arbeitete als Schriftsetzerin in einem Würzburger Verlag – an einem Macintosh II. Ich selbst hatte damals kaum Berührungspunkte mit Computern: Bewerbungen schrieb ich auf einer Schreibmaschine, später auf einem DOS-PC, bei einem Freund zockte ich mal am Commodore 64. Mehr war da nicht. Der PC bei uns Zuhause stand übrigens nur, weil meine Mutter für einen Bekannten dessen Facharbeit darauf schrieb – was damals alles andere als selbstverständlich war. Computer waren eher Nerd-Thema.

Die Offenbarung
An einem Macintosh saß ich das erste Mal nach meinem Zivildienst, während meiner Umschulung zum DTP-Operator. Wir arbeiteten an einem Power Macintosh 6100 mit PC-Karte – per Tastenkombination konnte man zwischen Windows und System 7 wechseln. Wir starteten mit Windows. Aber der Tag, an dem wir zum ersten Mal mit dem Apple-System arbeiteten, war für mich eine Offenbarung. Da war sofort klar: Ich will nie wieder etwas anderes benutzen.

Power Macintosh 6100

Power Macintosh G3

Kämpfen für den Mac
Nach der Umschulung ging ich ins Universitätsklinikum in die Druckvorstufe der hausinternen Druckerei – und landete erstmal wieder an einem Windows-PC. Ich musste mir meinen Mac erst hart erkämpfen. Die Zeit überbrückte ich mit einem gebrauchten Macintosh Quadra 900, bis ich endlich einen Power Macintosh G3 bekam. Was für eine geile Kiste! Den holte ich mir auch privat – und ärgerte mich kurz darauf ein bisschen über den ersten iMac. Technisch war mein G3 besser, aber der iMac einfach unfassbar cool. 

Wegen des Y2K-Hypes (auch wenn ich wusste, dass Macs kein Problem damit hatten … ) durfte ich bald wieder aufrüsten: ein Power Macintosh G4.  Allein schon mit dem aufklappbaren Gehäuse während des laufenden Betriebs konnte man Leute echt beeindrucken.

iTeam & Macintisch
2000 sah ich im Media Markt ein iTeam-Mitglied und sprach es an, weil ich nicht wusste, was das war. Apple hatte diese Initiative gestartet, weil viele Verkäufer keine Ahnung hatten. Die Idee: engagierte Mac-User erklären Kunden, was diese bunten iMacs eigentlich sind.

Ich war sofort dabei. So lernte ich Günter kennen – wir wurden Freunde und gründeten Anfang 2001 zusammen mit Stefan die Würzburger Apple User Group „Macintisch“.

Unsere erste Sitzung fand am 9. Januar im iMac-Internetcafé H@ckM@c statt – inklusive Live-Stream einer Keynote aus San Francisco. Vorgestellt wurde das PowerBook G4 Titanium. Wir waren völlig geflasht.

PowerBook G4 Titanium

iPod

Der „MP3-Player“…

Im Oktober 2001 durfte Günter zu einem Apple-Event nach München. Er schrieb für die damals noch recht neue Mac-Zeitschrift „MacLife“. Ich war ein bisschen neidisch und bat ihn, mich sofort anzurufen.

Sein ernüchternder Anruf: „Die haben einen MP3-Player vorgestellt. Heißt iPod.“
Meine Reaktion: „Echt? Ein MP3-Player? Hm, naja …“ 

Wir waren enttäuscht. 

Tja. Rückblickend eine ziemlich schlechte Einschätzung …

Der schönste Mac
2002 kaufte ich mir endlich meinen ersten eigenen iMac: den iMac G4. Oh man, ich meine der Power Mac G4 Cube, der 2001 auf den Markt kam, war schon der Hammer, aber für mich ist bis heute der iMac G4 der schönste Mac ever – dieser Schwenkarm war einfach genial.

iMac G4

Macindays

Im selben Jahr organisierten wir den ersten „Macinday“ in Würzburg. Damals waren Macs selten, Apple Stores weit weg. Also holten wir die Szene zu uns – mit erstaunlichem Erfolg. Sogar Apple selbst war war mit Holger Niederländer vertreten, dazu viele bekannte Firmen und Speaker.

Wir machten das Event bis 2009 jährlich. Mit wachsender Bekanntheit von Apple (vor allem durch den iPod und später das iPhone) wurde es aber zunehmend schwerer, Firmen zu gewinnen – und gleichzeitig weniger notwendig für Besucher.

Mac OS X

Die goldenen Jahre
Die 2000er waren für mich die spannendste und bunteste Apple-Zeit. Jedes Jahr neue, wirklich aufregende Geräte mit Wow-Effekt. Jede Keynote ein Event. Und immer dieses „One more thing“ von Steve. Auch Mac OS X mit der Aqua-Oberfläche fand ich einfach wunderschön.

Ich war viel unterwegs und half Leuten beim Umstieg auf den Mac. Oft reichte ein einziger Besuch. Ich erinnere mich an ein besonderes Ereignis: Ich besuchte einen Freund, als ein Bekannter von ihm unerwartet vorbeikam. Dieser fluchte über seinen PC, der einen Virus hatte und nicht mehr funktionierte. Ich schmunzelte und sagte, dass ich solche Probleme nicht kenne. Er fragte mich warum. Ich erzählte ihm vom Mac, und 20 Minuten später bat er mich, ihm einen Mac mini zu bestellen.

Ein kleiner Börsenmoment

Um 2001 überzeugte ich meinen Vater, Apple-Aktien zu kaufen: 60 Stück zu je 18,50 €.

Sein Plan: bei Verdopplung verkaufen. Gesagt, getan – nach etwa zwei Jahren war es dann soweit. Ich überlegte noch einen Teil zu behalten… ließ es aber. Heute rechne ich das lieber nicht mehr nach, sonst würde ich nur weinen!

Steve live
2002 fuhren wir zur Apple|expo nach Paris. Dort sahen wir Steve Jobs live – was für ein großartiger Moment. Wir hofften später noch auf ein Treffen bei der Aftershow-Party, aber Steve tauchte dort leider nicht auf.

iPod, iPhone & Co.

Die iPods – vor allem mit Nike-Integration – waren lange meine Laufbegleiter.

Dann kam das iPhone. Anfangs waren mir 600 € zu viel, eingestiegen bin ich erst mit dem iPhone 4. Danach ging’s weiter über 6, 7, SE bis zum 13 mini.

Das iPad fand ich anfangs spannend, aber ohne echten Nutzen. Für eine Neuseeland-Reise kaufte ich mir dann doch das iPad 2 – perfekt für Blog, Fotos, Mails und Filme. Danach lag es lange rum, bis ich es schließlich für meine Chornoten entdeckte.

iPhone 4

iMac

Mac im Alltag
Das wichtigste Apple-Gerät ist für mich ganz klar der Mac geblieben,  mit dem ich eigentlich fast alles mache. Grundsätzlich natürlich DTP, aber auch laienhaft Musik oder Video. Ich habe auch ein paar Songs zum Thema Apple und Macs geschrieben, die könnt ihr euch bei Interesse auf meiner Website anhören. Was ich aber nie wirklich gemacht haben, ist zocken. Habe mir am Anfang auch ein paar Spiel gekauft, aber schnell gemerkt, dass mir das zu langweilig ist und ich lieber Musik mache oder irgendwas gestalte.

Heute: Begeisterung mit Abstand

In den letzten 15 Jahren sind die großen „Wow“-Momente seltener geworden – vielleicht auch wegen Steves Tod.

Die Macs sind schlanker geworden, aber haben sich sonst äußerlich kaum noch verändert. AirPods, Apple Watch und die Vision Pro waren Ausnahmen – wobei ich bei letzterer bis heute nicht weiß, wofür ich sie brauche.

Richtig begeistert haben mich zuletzt der erste M-Chip und auch das MacBook Neo hat mich positiv überrascht. Dafür bin ich aber leider nicht die Zielgruppe: Ich brauche einen Desktop-Mac mit großer Tastatur und Maus. Auch wenn ich mit meinem Mac mini sehr zufrieden bin, hoffe ich immer noch auf einen großen iMac…

Meine Macs

Power Macintosh G3 (1997)

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